PhysiotherapieBaker · Bad Ems

Nachbehandlung nach Gelenkersatz

Physiotherapie nach Hüft-TEP in Bad Ems.

Eine Hüftprothese sitzt vom ersten Tag an fest – Gelenkkapsel und Muskulatur brauchen aber Wochen, um das neue Gelenk sicher zu führen. Wir begleiten Sie durch die Schutzphase, trainieren ein Gangbild ohne Hinken und bauen Kraft für Alltag und Freizeit auf – in der Praxis oder bei Ihnen zu Hause.

StartInnerhalb von 7 Tagen nach Entlassung
SchutzregelnJe nach Zugang 6–12 Wochen
OrtPraxis Bad Ems oder Hausbesuch

Kurz zusammengefasst

  • Start: Therapie ab dem OP-Tag in der Klinik, danach ohne Pause bei uns – ein Entlassrezept muss innerhalb von 7 Tagen eingelöst werden.
  • Belastung: Bei zementierten Prothesen meist Vollbelastung ab dem ersten Tag, bei zementfreien nach Vorgabe des Operateurs. Gehstützen als Richtwert 4–6 Wochen.
  • Schutzregeln: Je nach Zugang 6–12 Wochen – typisch: Hüfte nicht über 90° beugen, Beine nicht überkreuzen, Bein nicht nach innen drehen.
  • Alltag: Autofahren etwa ab Woche 6, gelenkschonender Sport ab etwa 3 Monaten – nach ärztlicher Freigabe.

Worum es geht

Schützen und aufbauen – beides zugleich.

Bei einer Hüft-Totalendoprothese werden Hüftkopf und Hüftpfanne durch künstliche Gelenkteile ersetzt – meist wegen einer fortgeschrittenen Hüftarthrose, manchmal nach einem Oberschenkelhalsbruch. Die Prothese selbst ist sofort stabil. Die Gelenkkapsel und die umgebende Muskulatur brauchen aber einige Wochen, bis sie das neue Gelenk wieder zuverlässig sichern.

In dieser Zeit gelten Schutzregeln gegen ein Auskugeln (Luxationsprophylaxe). Welche Bewegungen Sie meiden sollen, hängt vom Operationszugang ab – beim hinteren Zugang typischerweise: nicht über 90° beugen, Beine nicht überkreuzen, nicht nach innen drehen. Parallel kräftigen wir in der Krankengymnastik die seitliche Hüftmuskulatur und üben ein Gangbild ohne Hinken.

Unsere Richtwerte stammen aus den Nachbehandlungsempfehlungen der DGOU. Verbindlich bleibt immer das Schema Ihres Operateurs – bringen Sie es bitte zum ersten Termin mit.

Bewegungsgrafik: Beugung im Hüftgelenk mit Hüftprothese – beim hinteren Zugang in den ersten Wochen nicht über 90° beugen (Schutz vor dem Auskugeln). Verbindlich ist das Schema Ihres Operateurs.
90°Beugegrenze bis zur Freigabe
6–12Wo.Schutzregeln (Richtwert)
4–6Wo.Gehstützen (Richtwert)
7TageEntlassrezept einlösen

Ihr Weg zurück

Die Phasen nach der Hüft-TEP.

Richtwerte aus den Nachbehandlungsempfehlungen – Ihr persönlicher Verlauf kann davon abweichen.

OP-Tag bis Woche 2

Klinik und Schutzregeln

Aufstehen mit Gehstützen, Thromboseprophylaxe, Schutzregeln einüben, Hilfsmittel für Sitzen, Schuhe und Strümpfe.

Woche 3–6

Gangbild und Kraft

Seitliche Hüftmuskulatur kräftigen, ohne Hinken gehen, Gehstützen schrittweise ablegen.

Woche 7–12

Beweglichkeit und Alltag

Nach Freigabe mehr Bewegungsumfang, Treppen, längere Wege, Gleichgewicht. Büroarbeit und Autofahren.

Ab Monat 4

Belastbarkeit und Sport

Schutzregeln nach ärztlicher Freigabe meist aufgehoben; Ausdauer und Kraft weiter aufbauen, Radfahren, Schwimmen, Wandern.

Der Phasenplan

Was in welcher Phase passiert.

So gestalten wir die Nachbehandlung in der Praxis – abgestimmt auf Zugang, Verankerung und das Schema Ihres Operateurs.

PhaseZielePhysiotherapie bei unsZuhause und Alltag
Phase 1OP-Tag bis Woche 2
  • Schmerz und Schwellung verringern
  • Schutzregeln sicher anwenden
  • Sicher gehen und Treppe steigen mit Stützen
  • Wundheilung unterstützen
  • Abschwellende Maßnahmen, Lymphdrainage
  • Anspannungsübungen für Gesäß und Oberschenkel
  • Gangschule und Treppe mit Stützen
  • Schulung: Aufstehen, Hinlegen, Sitzen, Schuhe anziehen
  • Sitzerhöhung, Greifzange, Strumpfanziehhilfe nutzen
  • Rückenlage oder Seitenlage mit Kissen zwischen den Knien
  • Fuß- und Wadenpumpe gegen Thrombose
  • Keine tiefen Sessel, Beine nicht überkreuzen
Phase 2Woche 3–6
  • Gehen ohne Hinken
  • Seitliche Hüftmuskulatur kräftigen
  • Gehstützen ablegen
  • Narbe geschmeidig halten
  • Kräftigung von Gesäß, Hüfte und Rumpf
  • Gangschule, Gleichgewicht, Treppe ohne Stützen
  • Manuelle Therapie innerhalb der erlaubten Bewegungsgrenzen
  • Narbenbehandlung nach dem Fadenzug
  • Spaziergänge langsam steigern
  • Übungen im Stehen mit Festhalten
  • Schutzregeln weiterhin einhalten
Phase 3Woche 7–12
  • Beweglichkeit nach Freigabe erweitern
  • Kraft und Ausdauer
  • Alltag, Büroarbeit, Autofahren
  • Kraft- und Koordinationstraining
  • Gleichgewicht und Stabilität
  • Belastungsaufbau für Beruf und Alltag
  • Ergometer mit hoch eingestelltem Sattel
  • Autofahren, wenn das Bein sicher kontrolliert wird
  • Ergometer und Schwimmen nach Wundheilung und Freigabe, Radfahren im Freien etwa ab Monat 3
  • Langes Sitzen mit Bewegungspausen
Phase 4Ab Monat 4
  • Volle Belastbarkeit im Alltag
  • Gelenkschonender Sport
  • Kraft langfristig erhalten
  • Sportartbezogenes Training
  • Trainingsplan für zuhause oder Fitnessstudio
  • Kontrolle des Gangbilds
  • Radfahren, Schwimmen, Wandern, Nordic Walking, Golf
  • Sprünge, Stop-and-go und Kontaktsport mit dem Operateur klären

Richtwerte nach den Nachbehandlungsempfehlungen der DGOU. Welche Bewegungen Sie wie lange meiden sollen, hängt vom Operationszugang ab (hinten, seitlich oder vorn) – beim vorderen Zugang gelten andere Regeln als die hier beispielhaft genannten. Verbindlich ist das Schema Ihres Operateurs.

Unsere Behandlung

Was wir in der Praxis für Sie tun.

Termin anfragen

Schutzregeln alltagstauglich machen

Aufstehen, Hinsetzen, Schuhe anziehen, Treppe, Einsteigen ins Auto – wir üben die Abläufe so lange, bis die Regeln im Alltag von selbst sitzen.

Kraft und Gangschule

Schwerpunkt Gesäß und seitliche Hüftmuskulatur: So lässt sich das typische Hinken meist deutlich verringern, und die Hüfte wird stabiler geführt – als Krankengymnastik nach Verordnung.

Manuelle Therapie und Lymphdrainage

Abschwellung, Narbenbehandlung und Mobilisation – immer innerhalb der Bewegungsgrenzen, die Ihr Operateur vorgibt. Mehr zu Manueller Therapie und Lymphdrainage.

Hausbesuch, wenn nötig

Solange der Weg in die Praxis zu beschwerlich ist, behandeln wir Sie mit ärztlicher Verordnung zu Hause in Bad Ems und Umgebung. Mehr zu Hausbesuchen.

Selbst aktiv werden

Vier Dinge, die Sie zuhause tun können.

Ihr persönliches Übungsprogramm stellen wir beim ersten Termin zusammen – diese Grundregeln gelten fast immer.

  1. Schutzregeln einhalten

    Hoch sitzen, Beine nicht überkreuzen, beim Bücken das operierte Bein nach hinten strecken, keine Drehbewegungen über das Standbein – bis Ihr Operateur die Regeln aufhebt.

  2. Bein seitlich abspreizen

    Im Liegen oder im Stand das gestreckte Bein langsam zur Seite führen und zurück. Das kräftigt genau die Muskeln, die das Hinken verhindern.

  3. Fuß- und Wadenpumpe

    Die Füße kräftig heben und senken – in den ersten Wochen etwa stündlich. Das fördert den Rückfluss und beugt einer Thrombose vor.

  4. Täglich gehen

    Mehrere kurze Spaziergänge am Tag sind besser als ein langer. Achten Sie dabei auf gleich lange Schritte und darauf, das Becken aufrecht zu halten.

Wann sofort ärztlich abklären lassen?Bei plötzlichem starkem Schmerz mit Bewegungsunfähigkeit oder einem Bein, das verkürzt oder verdreht wirkt (mögliche Luxation), bei Schwellung oder Schmerz in der Wade, Atemnot oder Brustschmerz (mögliche Thrombose oder Embolie), bei Fieber, Rötung oder austretender Flüssigkeit an der Wunde (mögliche Infektion): Wenden Sie sich bitte umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder den Notruf 112.

Rezept, Kosten und Ablauf

So kommen Sie zu uns.

Verordnung nach Gelenkersatz

Meist bekommen Sie schon in der Klinik oder Reha eine Verordnung mit (Entlassrezept). Wichtig: Die Behandlung muss innerhalb von 7 Tagen nach der Entlassung beginnen – rufen Sie uns deshalb am besten noch vor der Entlassung an. Danach stellt Ihre Hausarztpraxis oder Ihr Orthopäde Folgeverordnungen über Krankengymnastik, Manuelle Therapie oder Lymphdrainage aus. In den ersten Monaten nach einem Gelenkersatz liegt in der Regel ein besonderer Verordnungsbedarf vor. Gesetzlich, privat oder als Selbstzahler – wir beraten Sie gern.

Ihr Operateur hat das letzte Wort

Alle Angaben auf dieser Seite sind Richtwerte. Verbindlich ist das Nachbehandlungsschema Ihres Operateurs, das Prothesentyp, Verankerung, Zugang und Ihre persönliche Situation berücksichtigt. Bringen Sie es bitte zum ersten Termin mit – wir stimmen die Therapie darauf ab. Was Sie außerdem mitbringen: Verordnung, Entlassbrief, Ihre Gehstützen und bequeme Kleidung, am besten eine kurze Hose.

Grundlage: Nachbehandlungsempfehlungen der DGOU (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie); Richtwerte – Ihr Operateur hat Vorrang.

Stand: Oktober 2026Fachliche Prüfung: Team Physiotherapie BakerKein Ersatz für ärztlichen Rat

Häufige Fragen

Fragen zur Nachbehandlung nach Hüft-TEP.

Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie uns an: 02603 50 48 200

Wann beginnt die Physiotherapie nach einer Hüft-TEP?

Schon am Operationstag oder am Tag danach in der Klinik: Aufstehen mit Gehstützen, Thromboseprophylaxe und erste Übungen. Nach Klinik oder Reha geht es bei uns in Bad Ems ambulant weiter. Mit einem Entlassrezept muss die Behandlung innerhalb von 7 Tagen beginnen – melden Sie sich am besten schon vor der Entlassung.

Darf ich die neue Hüfte voll belasten?

Bei zementierten Prothesen in der Regel ab dem ersten Tag, bei zementfreien Prothesen manchmal mit einer vorübergehenden Teilbelastung. Was für Sie gilt, steht im Nachbehandlungsschema Ihres Operateurs – daran halten wir uns.

Was bedeutet Luxationsgefahr, und wie lange gelten die Schutzregeln?

In den ersten Wochen kann der Prothesenkopf bei bestimmten Bewegungen aus der Pfanne springen, solange die Gelenkkapsel noch nicht verheilt ist. Welche Bewegungen Sie meiden sollen, hängt vom Operationszugang ab – beim hinteren Zugang typischerweise: nicht über 90° beugen, Beine nicht überkreuzen, Bein nicht nach innen drehen. Als Richtwert gelten die Regeln 6 bis 12 Wochen – so lange, bis der Operateur sie aufhebt.

Wie lange sind Gehstützen und Hilfsmittel nötig?

Gehstützen als Richtwert 4 bis 6 Wochen. Solange die Beugung begrenzt ist, machen Sitzerhöhung, Greifzange und Strumpfanziehhilfe den Alltag leichter. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Schuhe, Strümpfe und Treppen sicher bewältigen.

Ab wann sind Autofahren, Arbeit und Sport wieder möglich?

Autofahren meist nach etwa 6 Wochen, wenn Sie das Bein sicher kontrollieren und keine starken Schmerzmittel nehmen – bitte mit Ihrem Arzt absprechen. Büroarbeit ist oft nach 6 bis 8 Wochen wieder möglich, körperlich schwere Arbeit nach etwa 3 Monaten. Radfahren, Schwimmen, Wandern und Nordic Walking kommen in der Regel ab 3 Monaten infrage – sobald der Operateur sie freigibt.

Warum hinke ich noch, obwohl die Hüfte nicht mehr wehtut?

Nach Jahren mit Arthrose ist die seitliche Hüftmuskulatur häufig geschwächt. Mit gezieltem Kräftigungs- und Gangtraining lässt sich das Gangbild in vielen Fällen deutlich verbessern – das ist ein Schwerpunkt unserer Phasen 2 und 3.

Termin in Bad Ems

Termin nach Ihrer Hüft-OP – am besten vor der Entlassung.